AG Depression im höheren Lebensalter

Die AG beschäftigt sich mit der Forschung zu Mechanismen, Diagnostik und Therapie von Depressionen im höheren Lebensalter (late-life depression; LLD). Hierzu führen wir zahlreiche Forschungsprojekte durch, die untenstehend vorgestellt werden. Unsere Arbeit erfolgt in enger Kooperation mit der AG Klinische Demenzforschung, dem interdisziplinären Zentrum für Gedächtnisstörungen (ZfG), dem Kölner Alzheimer Präventionszentrum (KAP) sowie der Sektion Molecular Neuropsychiatry.

Ein wichtiger Bestandteil für die Umsetzung unserer Forschungsarbeit stellt die Spezialambulanz für Altersdepressionen dar, in der sich depressive Patientinnen und Patienten ab dem 60. Lebensjahr zur Diagnostik, Therapieplanung, psychopharmakologischen und psychotherapeutischen Behandlung vorstellen können.

Forschungsprojekte

CBTlate-Studie

CBTlate – Kognitive Verhaltenstherapie für die Behandlung von Altersdepression - Eine multizentrische, randomisierte, beobachterblinde, kontrollierte Studie

Kurztitel: CBTlate-Studie
Fördereinrichtung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF)
Laufzeit: 2017- 2021
PI: Prof. Frank Jessen, Prof. Martin Hautzinger (Tübingen)
Projektkoordination: Dr. Forugh Dafsari

CBTlate ist eine multizentrische klinische Studie zur Psychotherapie der Altersdepression (late life depression, kurz: LLD). In CBTlate wird ein speziell für die LLD entworfenes 8-wöchiges kognitives Verhaltenstherapie-Programm (M. Hautzinger) im Hinblick auf die Wirksamkeit im Vergleich zu einer unspezifischen supportiven Kontrollintervention in einer multizentrischen Studie bei 248 ambulanten Patient*innen im Alter von mindestens 60 Jahren mit mäßiger bis schwerer unipolarer Depression untersucht. Die Studie wird an sieben deutschen Zentren (Berlin, Bonn, Freiburg, Köln, Leipzig, Mannheim, Tübingen) durchgeführt.

LLD-Register

Klinisches Register der Spezialambulanz für Altersdepression

Kurztitel: LLD-Register
PI: Dr. Forugh Dafsari

Im klinischen Register der Spezialambulanz für Altersdepression („LLD-Register“) werden klinische Daten und Befunde einschließlich Biomaterialien von Patient*innen mit Depressionen ab dem 60. Lebensjahr für wissenschaftliche Fragestellungen gesammelt und genutzt.  Mit Hilfe der im Rahmen des LLD-Registers gesammelten Daten und Biomaterialproben werden Fragestellungen in Hinblick auf verschiedene Aspekte bearbeitet, die eine Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf der Altersdepression spielen könnten. Dazu gehören unter anderem Biomarkerveränderungen, die Veränderung der kognitiven Leistung, des Lebensstils, somatische und psychiatrische Vorerkrankungen. Anhand der gesammelten Daten und entnommenen Biomaterialproben sollen sowohl quer- als auch längsschnittliche Analysen durchgeführt werden, um langfristig die Frühdiagnostik sowie Behandlungs- und Therapiemöglichkeiten depressiver Erkrankungen im höheren Lebensalter zu verbessern.

ADIPA Studie

Altersdepression als Indikator für präklinische Alzheimer Krankheit

Kurztitel: ADIPA Studie    
Fördereinrichtung: Manfred-Strohscheer-Stipendium der Hirnliga e.V.
Laufzeit: 08/2019 – 07/2021    
PI: Dr. rer. nat. Xiaochen Hu

Das Projekt befasst sich mit der Fragestellung, ob es spezifische Muster der Altersdepression gibt, die auf das Vorliegen einer frühen Alzheimer Krankheit hinweisen. Ziel dieser Studie ist es, bei Patient*innen mit Altersdepression mittels PET-Bildgebung Tau-Aggregation als pathologischen Marker der Alzheimer Krankheit zu visualisieren (Kooperation mit der Klinik für Nuklearmedizin und dem FZ Jülich). Die klinischen Symptome und kognitive Leistung, einschließlich des episodischen Gedächtnisses und der räumlichen Navigationsfähigkeit, sollen zwischen Patient*innen mit und ohne positive Tau-Pathologie verglichen werden. Ferner soll die mögliche Mediatorfunktion der Volumina von Subregionen des medialen Temporallappens mittels hochaufgelöstem 7T MRT (DZNE Bonn) untersucht werden.

MoCo-D1, MoCo-D2

Grundlagen motorischer Hemmung bei Depression

Kurztitel: MoCo-D1, MoCo-D2
Fördereinrichtung: Teilprojekt des DFG Sonderforschungsbereich 1451 „Schlüsselmechanismen der motorischen Kontrolle bei Gesundheit und Krankheit"
Laufzeit: 2020 - 2024
PI: Prof. Frank Jessen, Dr. Marc Tittgemeyer (MPI für Stoffwechselforschung)
Projektkoordination: Dr. Philip Zeyen, Vertretung: Dr. Forugh Dafsari

Depressionen sind oft mit einer Verminderung der Beweglichkeit (psychomotorische Hemmung) verbunden. Im Rahmen des SFB 1451 werden in diesem Zusammenhang differentiell die dopaminergen Systeme der Bewegungsinitiierung und des Belohnungssystems mittels funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRI) untersucht. In dem Projekt MoCo-D1 werden querschnittlich Patienten mit Depression mit und ohne motorischer Hemmung verglichen. In der MoCo-D2 Studie erfolgt eine längsschnittliche, open-lable Behandlung mit dem Dopamin/Noradrenalin- Wiederaufnahmehemmer Bupropion zur Modulation des motorischen Systems mit ebenfalls längsschnittlicher fMRI bei Patienten mit motorischen Symptomen.

OASIS-D

Patient Characteristics, Validity of Clinical Diagnoses and Outcomes Associated with Suicidality in Inpatients with Symptoms of Depression

Kurztitel: OASIS-D
Fördereinrichtung: Fa. Janssen-Cilag
Laufzeit: 2020 - 2022
PI: Prof. Christoph U. Correll (Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Charité, Centrum Virchow Klinikum, Berlin)
PI Köln: Dr. Forugh Dafsari

Studien zeigen, dass depressive Erkrankungen mit einer 1,6-fach signifikant höheren Rate von Suizidalität im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung assoziiert sind. OASIS-D ist eine epidemiologische Querschnittsstudie gefolgt von einer 6-monatigen, longitudinalen Kohorten-Studie unter Standardbedingungen bei Erwachsenen mit einer depressiven Erkrankung. In der 6-monatigen, naturalistischen Kohorten-Studie werden Patient*innen im Alter von 18 bis 75 Jahren mit jeglicher Form der unipolaren depressiven Episode (Patientenpopulation 1), klinischen Diagnose einer mittelgradigen oder schweren unipolaren depressiven Episode und vorliegender Suizidalität (Patientenpopulation 2) untersucht. Die Patient*innen, bei denen durch Forschungsinterviews eine validierte mittelgradige oder schwere unipolare depressive Episode und Suizidalität festgestellt wurden, werden für 6 Monate nachverfolgt (Patientenpopulation 3). Ziel der Studie ist es, die Remission bzw. das Wiederauftreten suizidaler Symptome im Rahmen einer depressiven Episode zu charakterisieren. Es wird erwartet, mithilfe der Ergebnisse das Verständnis von Krankheitsgenese und weiterer Symptomentwicklung zu verbessern und zusätzlich erste Evidenz in Bezug auf effektive Interventionsmöglichkeiten finden zu können.

Kooperationspartner

  • Uniklinik Köln

    • Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

      • Zentrum für Gedächtnisstörungen (ZfG)
      • Kölner Alzheimer Präventionszentrum (KAP)
      • Sektion Molekulare Neuropsychiatrie

    • Klinik und Poliklinik für Neurologie
    • Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin
    • Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie

  • Universitätsklinikum Bonn

    • Klinik für Neurodegenerative Erkrankungen und Gerontopsychiatrie

  • Universitätsklinikum Freiburg

    • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

  • Charité Universitätsmedizin Berlin

    • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Campus Benjamin Franklin
    • Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters der Charité, Centrum Virchow Klinikum

  • Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) Mannheim

    • Abteilung Gerontopsychiatrie

  • Universität Tübingen

    • Klinische Psychologie und Psychotherapie

  • Universitätsklinikum Leipzig

    • Institut für Sozialmedizin, Arbeitsmedizin und Public Health

  • Deutsches Zentrum für neurodegenerative Erkrankungen (DZNE e.V.)
  • Max-Planck-Institut für Stoffwechselforschung Köln
  • Forschungszentrum Jülich
Weiterführende Informationen

Das Team

Sabine Böhringer, M.Sc.
E-Mail sabine.boehringer1@uk-koeln.de

Dr. rer. nat. Xiaochen Hu
E-Mail xiaochen.hu@uk-koeln.de

Dr. Julia Püsken
E-Mail julia.puesken@uk-koeln.de

Johanna Szekely
E-Mail andreea-johanna.szekely@uk-koeln.de

Manuela Thelen, Dipl.-Biol.
E-Mail manuela.thelen@uk-koeln.de

Dr. Philip Zeyen
E-Mail philip.zeyen@uk-koeln.de

Nachfragen können gerne per E-Mail an ag-depression@uk-koeln.de gerichtet werden.

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